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Quelle: Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (bamf)
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Merar

Aus Syrien

Wohnhaft in Annaberg-Buchholz

seit 2018 Ausbildung als Zahntechniker

 

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Mein Name ist Merar, ich komme aus Syrien. In meiner Heimat legte ich das Abitur ab, welches in Deutschland später auch anerkannt wurde. Gleich nach der Schule habe ich mein rechtswissenschaftliches Studium angefangen aber aus kriegsbedingten Gründen musste ich mein Studium abbrechen. Im März 2015 floh ich mit meiner Familie nach Deutschland.

 

Nach dem erfolgreichen Besuch der Sprachkurse begann für mich eine intensive berufliche Orientierungsphase.  Ich kam zu der Überzeugung, dass für eine langfristige berufliche Perspektive in Deutschland eine solide Ausbildung notwendig ist und so konzentrierte ich mich auf die Suche nach einer geeigneten Lehre.

 

Dieser Prozess war nicht einfach und wurde von verschiedenen externen Faktoren beeinflusst. Zum einen hinterlassen die politischen Bruchlinien in meiner Heimat ihre Spuren in der Familie und im Bekanntenkreis. Das betrifft u.a. die Frage, ob überhaupt, bzw. unter welchen Umständen eine Rückkehr nach Syrien möglich ist. Und natürlich die Option in Deutschland zu bleiben ist ja auch von politischen Unwägbarkeiten beeinflusst, z.B. einer möglichen Abschiebung. Zum anderen ging ich bei der Berufswahl nicht willkürlich und auch nicht ausschließlich nach dem Prinzip Hauptsache eine Ausbildung. Hier spielten für mich solche Gesichtspunkte wie die internationale Verwertbarkeit des Abschlusses und der hohe Spezialisierungsgrad eine Rolle.

 

Ich hatte keinen richtigen Plan bei der Ausbildungsplatzsuche, alles Wissen über die Berufswelt in Deutschland musste ich mir – wenngleich mit Hilfe – selbst aneignen.

 

Das war ein langer Weg, der von RESQUE 2.0 Team intensiv begleitet wurde. Dazu zählten auch ausführliche Beschreibungen der jeweiligen Berufsfelder, die Einsatzgebiete und die Abwägung von Voraussetzungen, kurz die Möglichkeiten und Grenzen so einer Berufswahl. Grundsätzlich wurde der ressourcenorientierte Ansatz befolgt.

 

Über RESQUE 2.0 in die Berufswelt. Mit Unterstützung der Projektmitarbeiterinnen bekam ich einen Ausbildungsplatz zum Zahntechniker in Annaberg-Buchholz. Dem gingen ein erfolgreicher Aufnahmetest und Bewerbungsgespräche im Zahnlabor voraus. Es zahlte sich natürlich positiv aus, dass ich bereits Einblicke in das Handwerk des Zahntechnikers durch die Aushilfe bei meinem Onkel hatte.

 

Im Ausbildungsbetrieb erlebe ich eine sehr große Aufgeschlossenheit und Unterstützung. Auch in der Schule läuft es sehr gut. Die Lehrer sind hilfsbereit und gehen auf meine Voraussetzungen und Nachfragen ein. Das erste Jahr habe ich mit guten Noten abgeschlossen, den größten Anteil meiner Freizeit verbringe ich mit Lernen.

 

Ich schätze sehr realistisch ein, dass ich noch viel lernen muss, nicht nur die deutsche Sprache, sondern auch in meiner Beruflichkeit. Ich weiß noch nicht, wie mein Berufsweg nach der Ausbildung weitergehen wird, aber ich bleibe mit Resque 2.0 Team in Kontakt.

 

Leipzig im November 2020